Bevor Sie Starten – Was Sie Wissen Sollten
Microservices-Architektur klingt erstmal nach einer dieser Sachen, die man einfach macht, weil alle davon reden. Aber ehrlich? Es ist komplizierter als gedacht. Bevor Sie sich kopfüber in Container und APIs stürzen, sollten wir über ein paar Dinge sprechen – Sachen, die ich gerne früher gewusst hätte.
Es geht nicht nur um Code. Ihre Organisation muss bereit sein. Ihre Teams auch. Und – das wird oft vergessen – Ihre Infrastruktur muss das alles tragen können, sonst wird's chaotisch.
Grundlagen, Die Tatsächlich Zählen
Viele denken, Microservices sind nur kleine Services. Stimmt – aber das ist nur die halbe Geschichte. Sie brauchen eine klare Vorstellung davon, wie diese Services miteinander kommunizieren, wie Sie sie überwachen und was passiert, wenn einer ausfällt. Denn das wird passieren.
Was ich bei vielen Projekten sehe: Man fängt an zu bauen, ohne die Basis zu klären. Welche Services brauchen Sie wirklich? Wo ziehen Sie die Grenzen? Diese Fragen müssen vorher geklärt sein – nicht mittendrin, wenn schon alles live ist.
- Kennen Sie Ihre Domäne genau – trennen Sie Services nach fachlichen Grenzen, nicht einfach willkürlich
- Definieren Sie Kommunikationsmuster früh – synchron oder asynchron, REST oder Events
- Planen Sie für Fehler ein – Timeouts, Retries, Circuit Breaker sind keine Luxus-Features
- Überlegen Sie sich Ihre Datenstrategie – jeder Service seine eigene Datenbank oder doch nicht?
- Testen Sie verteilt – Unit-Tests reichen nicht mehr, Sie brauchen Integration und Contract Tests
Technische Vorbereitung – Was Sie Einrichten Müssen
Container-Plattform
Docker ist der Standard, aber Kubernetes wird schnell zum Muss, wenn Sie mehr als fünf Services haben. Sie müssen sich damit auseinandersetzen – oder jemanden einstellen, der es kann.
Service Discovery
Services müssen sich gegenseitig finden können. Consul, Eureka oder Kubernetes-eigene Lösungen – wählen Sie was, das zu Ihrer Infrastruktur passt, nicht was gerade trendy ist.
Monitoring & Logging
Ohne zentrale Logs verlieren Sie den Überblick. Prometheus, Grafana, ELK-Stack – investieren Sie hier Zeit. Sie werden es brauchen, wenn nachts um drei was schiefgeht.
Was Leonhard Wiesinger Aus Erfahrung Sagt
Technischer Berater & Architekt
„Ich hab schon Teams gesehen, die direkt auf Microservices gesetzt haben, ohne ihre bestehenden Prozesse anzupassen. Das endet immer im Chaos. Man kann nicht einfach die alte Arbeitsweise auf eine verteilte Architektur übertragen."
„Das Wichtigste? Fangt klein an. Ein oder zwei Services, die wirklich Sinn machen. Lernt daraus. Dann erweitert ihr. Wer gleich 20 Services baut, verliert den Überblick – garantiert."